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Forschungsgebiete und Ergebnisse, vorgestellt durch ausgewählte Veröffentlichungen
Angewandte entomologische Forschung
»Wirtschaftlich schädlich werden Insekten in der
Regel erst dadurch, daß sie die Grenzen ihrer
normalen Vermehrung überschreiten«
Karl Friedrichs, 1962
Steuerung von Schädlingspopulationen mittels Insektistasis und Akaristasis
Übermäßige Vermehrung schädlicher Insekten - und Milbenarten
an angebauten Pflanzen und gelagerten Nahrungsmitteln verursacht gravierende
Krankheiten sowie Nahrungsmittelplünderung und - Verderbnis. Seit mehr
als einem Jahrhundert ist die Eindämmung schädlicher Insekten
und Milben auf rasche Vernichtung der meisten Einzeltiere einer Schädlingspopulation
mithilfe von nachhaltigen oder flüchtigen Pestiziden ausgerichtet (a).
Wahllose Vertilgung schädlicher, harmloser und nützlicher Arten,
Auslese pestizidresistenter Stämme sowie Umweltverseuchung mit Pestiziden
sind als unerwünschte Nebenwirkungen dieses Verfahrens bekannt.
Eine neue Strategie der Schädlingseindämmung, bestehend aus bedarfsweise
kurativen und präventiven Maßnahmen, bewirkt INSEKTISTASIS
bzw. AKARISTASIS (griech. Stasis = Stillstand), d.h. einen Zustand,
wobei die Schädlingspopulation dermaßen vermindert wird, daß
sie langfristigen Pflanzen - und Nahrungsmittelschutz ohne nennenswerte
Schädigung ermöglicht. INSEKTISTASIS oder AKARISTASIS
entstehen also infolge erheblicher Verdünnung einer Schädlingspopulation
durch massenhafte Schädlingsanlockung an spezifische Köderfallen,
die Sexual - bzw. Aggregationspheromone verströmen sowie eine schädlings
- immobilisierende Vorrichtung enthalten (c).
Die Vorteile dieser Strategie bestehen in der langfristigen Erhaltung einer
maximal verdünnten Schädlingspopulation verbunden mit stark eingeschränkter
Pestizidanwendung (b)
und daher geringfügiger Umweltbelastung. Die nachstehend aufgeführten
Arbeiten veranschaulichen die neue Strategie.
Insektistasis in Vorratslagern.

(a)
Herkömmliche Insektizidanwendung in Vorratslagern. Die drei offensichtlichen
Bereiche einer Schädlingspopulation, Insektistasis, Wachstumsphase
und wirtschaftlicher Schaden, werden anhand von quantitativen Insektenfängen
an Pheromonfallen (c)
in längeren Intervallen überwacht (leere Kreise). Insektizideinsatz
erfolgt erst, nachdem wirtschaftlicher Schaden stattgefunden hat. Der Zeitpunkt
der Insektizidbehandlung ist durch einen Pfeil oberhalb des Kurvenplateaus
angedeutet.
(b)
Verursachung von Insektistasis in Vorratslagern. Solange die Schädlingspopulation
im Bereich der Insektistasis bleibt, wird die Populationsdichte aufgrund
der quantitativen Insektenfänge an den Pheromonfallen (c)
in längeren Zeitabständen (leere Kreise) überwacht. Geht
jedoch die Populationsdichte in die Wachstumsphase über, erhöht
man die Überwachungsfrequenz (volle Kreise). Der Insektizideinsatz
sollte in Übereinstimmung mit steigenden Insektenfängen an den
Pheromonfallen spätestens in der Wachstumsphase der Population erfolgen
(Pfeil oberhalb des Kurvengipfels).
(c)
Die pheromonbeköderte Falle besteht aus einem beiderseits klebstoffbezogenen
Papierstreifen (ca. 75 x 5 cm) mit einer seitlich angebrachten, Sexualpheromon-verströmenden
Polyäthylenkapsel, die ca. 1 m von den Wänden entfernt, senkrecht
aufgehängt wird (LEVINSON & LEVINSON 2OO1).
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